Jens, Jam und Kühle
Samstag, 4. bis Montag, 6. August 2018
Herrlich kühl! Nur 27° gegenüber mehr als 30° sonst. Nach einer höchst überflüssigen Predigt über Päcklipflicht, wird dem Wunsch nach einem Platzwechsel, wo es vielleicht ein bisschen ruhiger ist, im mehr als halbleeren Hafen stattgegeben. Einiges an Technik ist hier erhältlich, Lebensmittel und Getränke werden ergänzt. Ansonsten ist Ruhe, Lesen und Hafengenuss angesagt. Am Nachmittag schauen wir der SY Dantès beim Auslaufen zu. Als wir Klaus mit seiner Nefertiti zum ersten Mal trafen im 2013 lag die Dantès ebenfalls hier am Aussenponton. Von den Quaimauern herab klingt harmonische Strassenmusik, Menschen sitzen auf den Treppen und blicken auf die Elbe und ihre Betriebsamkeit.
Am Sonntag ist es genügend kühl, um einen Wackel über die Landungsbrücken zu unternehmen. Nachdem wir nur zu teure und trotzdem nicht wasserdichte Rucksäcke in den Schiffszubehör-Läden gefunden haben, werden wir hier fündig, Die Mitarbeiterin grinst bei Marlies’ Bemühungen, den bereits weitergegangenen René auf ihren Fund aufmerksam zu machen, ohne zu schreien oder den Laden vollständig zu verlassen. Dabei gibt sie gleich noch bekannt, dass man sich recht umschauen solle, denn heute sei alles 50 Prozent günstiger zusätzlich zu den bereits abgeschriebenen Preisen. René ist froh um den neuen Rucksack.
Hafenrundfahrt mit Jens
Beim Zurückwandern entdecken wir Jens bei der Arbeit. Auch dies Jahr machen wir eine Rundfahrt mit ihm und ergötzen uns an seinen Sprüchen, die jedesmal klingen, als ob er diese Führung das erste Mal macht. Kein bisschen Abnützung oder Gewohnheit ist zu spüren. Jens nimmt die Passagiere ernst und unterhält sie dadurch, dass er ihnen den Hafenbetrieb vor allem auch homorvoll näher bringt.
Beim Aussteigen nehmen wir ihm das Versprechen ab, diesmal bestimmt noch kurz in den Cityhafen auf ein Bierchen zu kommen. Und wirklich, nach fünf Jahren klappt es! Jens kann sich Zeit nehmen für uns. Sogar einer seiner Söhne fügt sich zum stolzen vierfachen Papa und wir tauschen Kontaktdaten aus, bevor beide sich von der BonBini aus auf den Heimweg machen. Hoffentlich wird der Besuch im Herbst in Wädenswil Wirklichkeit!
Montägliche Jam-Session auf dem Feuerschiff
Im City-Hafen ist das Mobyklick-Internet beständiger und schneller, als das hafeneigene Netz. Der Donnerstag und Freitag sollen mit einem Tief Starkwind bringen. Das heisst, wir laufen morgen bestimmt aus.
Aber heute Montag wartet ein weiterer Höhepunkt auf uns. Diesmal findet die Jam-Session an Deck statt, weil die Hitze im Maschinenraum kaum auszuhalten wäre bei diesem Wetter.
Axel landet mit seinem Bötchen, dem Sax und einem Ständer fürs Keyboard direkt unter dem Feuerschiff und kommt in guter Stimmung an. Nach einigen technischen Problemen beginnt die Musik so gegen 21 Uhr. Viele junge Leute befinden sich diesmal im Publikum, doch auch die Musiker sind zur Hälfte junge Menschen. Das gibt Hoffnung für ein Fortbestehen dieser Montagskonzerte. Besonders eindrücklich ist heute, dass das Konzert vor der Kulisse der Elbphilharmonie im Freien stattfindet und bis gegen Mitternacht durchgehen kann. Diesmal ist Axel etwas unsicher, woher er uns kennt, jedenfalls schon seit Jahren, erklärt er einem Mitmusiker. Sogar zwei junge Frauen bereichern mit ihren Stimmen die Instrumentalmusik.
Als die Jamsession bereits beendet ist und die Musiker ihre Instrumente zusammengepackt haben, erscheint wunderbarer Weise Helmut, der Österreicher. Ein Mietauto habe er sich genommen. Wenn schon keine Musik mehr ist, erhält er wenigstens noch ein Radler serviert. Kontaktdaten werden ausgetauscht.
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