Dieser Beitrag spielt in der 2. Junihälfte
Unter Segeln von Hoorn nach Enkhuizen
Weiter gehts nach einer eher unruhigen Nacht - unruhig weniger vom Wetter her, als vielmehr von unseren Päckliliegern her. Zu viert stampfen diese ständig hin und her. Vom Schiff an Land, von der Mauer aufs Schiff und erneut zurück. Nicht etwa nur ein Einzelner, sondern stets alle vier. Zudem steigen sie nicht, wie gute Seemannschaft es lehrt, bei den Wanten hinüber aufs fremde Schiff und zurück, sondern hinten vom Cockpit her. Aus ihrem Cockpit raus, aufs Laufdeck neben unserem Cockpit. Ein Wunder, dass sie nicht noch direkt durchs Cockpit trampeln. Man legt sich heute auch nicht mehr im Wechsel Bug, Heck, Bug, Heck, sondern einfach alle in dieselbe Richtung. Nun gut, Seemannschaft gilt nicht mehr. Solches lesen wir auch von Ankerbuchten im Süden. Wenn der Schwojkreis zu klein ist für den Neuankömmling, müssen halt die schon Ankernden besser fendern!
Trotz unserer Müdigkeit legen wir ab und können erleichtert weiterfahren, nachdem nun alles im Motor wieder seine Richtigkeit hat. Eigentlich wäre Volendam angesagt, aber mit heutigem Südwest und morgigem Nordwind ist es wohl besser, von Anfang an Enkhuizen ins Visier zu nehmen.
Die Hafenmeisterin im Stadthafen Enkhuizen ruft uns ein Willkommen zu. Wir sollen nehmen, was frei ist. Dieser Aufforderung folgen wir sofort gerne und nehmen uns eine Box vorne beim Bahnhof.
Gut festgemacht, Strom angeschlossen und ab ins Stätdchen. Das 't Ankertje dürfen wir ja nicht warten lassen. Auch meine Plüsch-Klompen finde ich endlich, nachdem Amsterdam und Hoorn das nicht geboten haben und wir Volendam nicht anliefen. Marion führte mich in einer früheren Saison in diesen auf Andenken spezialisierten Laden in der Gasse der Bäckerei. Hier treffe ich Landsmänninnen, die mit einer Reisegruppe vom Flussboot hier Station machen.
Ein Sundowner beim Hafenkino im Cockpit beschliesst diesen gemütlichen Abend.
Flanieren
Am Mittwoch und Donnerstag beehren wir logischerweise sowohl das 't Anktertje, als auch die Mastenbar im Compagnieshaven. Beide warten auf mit Hafenkino, das 't Ankertje auch noch mit der Hubbrücke.
Leider überzeugt die Dessertkarte der Mastenbar nicht wirklich. Zudem geht da am Houtribkanal ein S.. kalter Wind.
Trotzdem passt es, dass wir hingehen, denn im Joosten-Ship-Chandler bieten sie Krähen an, die andere Vögel von den Booten fernhalten sollen. Einen Versuch ist es wert. Auf der BonBini nutzen wir die Schlangenhüterin. Wirkt so la-la.
Auf dem Heimweg schauen wir im kleinen Nautikladen am Buitenhaven vorbei, was eine Caprihose und ein T-Shirt erbringt. Zum Glück, denn am Folgetag reisst die Naht der alten Hose.
Am Freitagmorgen liefert der Weg zum VoMar ein nettes Erlebnis. Die Autorin bedankt sich bei der Autofahrerin für deren Anhalten. Diese wiederum bedankt sich mündlich, indem sie extra dazu das Seitenfenster herunter lässt, dafür, dass ihr gedankt wurde. Ist das nicht nett?
Wie zu entdecken ist, sind die holländischen Kirschen pro Kilo um zwei Euro von 14 auf 12 heruntergeschrieben. Morgen holen wir uns auch welche.
Für Mittsommer wissen wir gar nicht recht, was wir unternehmen wollen. Schliesslich gehts in den Snouck-van-Loosen-Park, in der Gegend vom Bahnhof. Dieser wurde gestiftet durch das Erbe dieser Frau, welche von 1807 bis 1885 lebte. Ebenso ist das (ehemalige) Hotel am Stadthafen bei der hinteren Brücke nach ihr benannt. Einen Apéro nehmen wir im Garten bei der Kirche und verarbeiten die tollen Bilder vom Park und den Stegen.
René kocht. Mmmh, lecker!
Immer mal wieder ist ein bisschen Haushalt nötig, was am Folgetag mit dem neuen Staubsauger ein Kinderspiel ist. Auch die Blätter an Deck werden weggefegt, allerdings tatsächlich mit dem Besen.
Danach gehts an die Kermis oder Kermes, bei uns Chilbi, Kirchmesse. Heute wäre Joli 63 geworden, noch nicht einmal AHV-berechtigt. Sie fehlt uns schon fast ein Jahr.
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| Immer wieder ein Blickfang. |
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| Schon die Kleinen sollen sich ans Leben an Bord gewöhnen. |
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| Ob die Nofretete selbst geputzt hat? Und Erinnerung an Klaus' Segler Nefertiti. |
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| Weisser Steinklee |
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| Moschusente |
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| Hoppla, da fehlt wohl Mannschaft! |
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| Der Klüver an diesem Gaffelsegler ist grad geborgen. |
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| Grauer Fischer unter rotem Dach des Fischerbootes. |
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| Nicht Alpenrose, sondern Gebirgsrose. |
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| In der Schweiz sind wir die Einzigen mit diesem Namen. |
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| Da ist fleissig gebaut worden. |
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| Gut, mach es genau so, wie die Eltern! |
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| Offenbar leben einige dieser Rasse hier. |
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| Erholsamer Spazierpark. |
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| Trompetenbaum |
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| Sehr ähnlich, ist aber ein Blauglockenbaum. |
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| Wie Stockenten erscheinen. |
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| dito. |
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| Der Lotus-Effekt am Vorbild. |
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| Wohnen am Wasser. |
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| Silberlinde, fast buchstäblich. |
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| Eine Weinrebenart. Man denkt eher an Hasel. |
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| Pestwurz. |
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| Eine Bohnenart |
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| Japanischer Schnurbaum |
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| Strassennamen gibts. |
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| Essiggurken-Steg. |
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| Ziemlich schmal, so richtig ein Märchenhäuschen. |
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| Ups! Das hält noch? |
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| Eine Hochzeitsgesellschaft flaniert in Kirchennähe. |
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| Backsteinmauer muss nicht langweilig sein. |
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| Der neueste Stein der Würdigung. |
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| Taxi-Hafenrundfahrt für Junioren. |
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| Bisschen gross der Fisch-Happen? |
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| Stammsitz der Schwarzkopfmöwe. |
Auswärts essen
Die veganen Gehacktballetjes im 't Ankertje sind nicht ganz vegan, haben aber trotzdem geschmeckt. Die vegane Sorte, welche tatsächlich noch besser schmeckt, bestellen wir nach. Zum Schluss erlässt uns die Wirtin die falsch servierten Gehacktballetjes. Fürs nächste Mal nehmen wir einen kleinen Löffel mit, damit am Schluss die leckere Sosse nicht einfach übrigbleibt und weggekippt wird..
Dieser schmackhafte Snack wird tatsächlich mehrmals schnabuliert. Jetzt aber erhalten wir von Anfang an die vegane Version.
Kultur, auch mit der Hafenmeisterin
Wie immer, suchen wir Musik. Diejenige am Fis-Avslag direkt am Buitenhaven ist ein Gitarrensolo, das wir dann aber zuhause fertig anhören, nachdem wir bei einem Bierchen dem Anfang beigewohnt haben.
Im Dromedaris an einem anderen Abend geht es um ein Gitarren-Duo. Die Hafenmeisterin setzt sich mit ihrem Partner zu uns an den Tisch. Sie sei seit 30 Jahren in Enkhuizen. Ihr Deutsch klingt nativ. Wir sprechen sie an auf ihre spontane Hilfs-Aktion für einen Segler, der etwas unbedarft längsseits an der Südmole anzulegen versuchte. Frau Hafenmeister machte in aller Eile irgendwo fest und rannte dem Unbeholfenen zu Hilfe. Solche Aktionen brauche sie, sie würde sonst total steif, den ganzen Tag im Hafenmeister-Boot sitzend nur nach dem Rechten zu sehen. Sie empfiehlt uns gleich den nächsten Auftritt im Dromedaris, den wir dann leider nicht wahrnehmen. Die Hafenmeisterin ist mit Recht stolz auf ihren Hafen.
Julia Adriana und Nolwenn singen und spielen. Es geht um angenehm leise, leidenschaftliche Lieder des Singer-Songwriters. Doch nach einer Stunde wird es immer schwieriger, zu erkennen, in wiefern sich der aktuelle Song melodisch vom vorherigen unterscheidet. Schliesslich verabschieden wir uns ganz diskret französisch und wandern zurück an Bord.
Tags darauf macht ein Österreicher in einer Nachbar-Box fest. Ob das wohl gut gehe, fragen die Hafenmeister, ein Schweizer und ein Österreicher so dicht nebeneinander. Wir meinen, wenn die Obrigkeit nichts höre, werde es gut gegangen sein.
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| Gitarren-Solo am Fisavslag |
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Das Dromedaris lässt alle Viertelstunden sein Carillon erklingen, mal länger, mal kürzer. |
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Die Julia Adriana singt mal mit Nolwenn, mal alleine auch in Berlin oder Glasgow. |
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Viele Jahre lief da nur für angemeldete Gruppen etwas, zum Beispiel für den Segel- und Ruderclub vom Buyshaven der Jahres-Apéro. |
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| Stimmungsvolles Inneres des Dromedaris. |
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| Unsere Hafenmeisterin fährt am 't Ankertje vorbei. |
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Hübsche normale Cumulus- und Linsen-Stapelwolken. Wer hätte gedacht, dass dies unser letzter Enkhuizen-Besuch auf der BonBini ist? |