Mittwoch, 11. Februar 2026

Feiern in Stavoren

Dieser  Blogbeitrag spielt Ende Juni, Anfangs Juli 2025

Letzter Törn auf der BonBini

Dass dieser Entscheid bald gefällt wird, wissen wir aber noch nicht.
Mit 3-4 Bft unter Genua gemütlich nach Stavoren.
Warten aufs Schleusen im Vorhafen.
Die Aufzeichnung unseres letzten Törns 
auf der BonBini, ...
... wovon wir bei Ankunft im Roggebroek 
noch keine Ahnung haben.

Am Dienstag, 25. Juni 2026 lösen wir, ohne es zu wissen, zum letzten Mal die Leinen unserer BonBini in Enkhuizen und segeln bei 996 hPa, Sonne und Wolken unter Genua auf unserem letzten BonBini-Törn mit Nordkurs nach Stavoren. Lubbe wird einen Platz für uns haben.

Was das Schreiben darüber jetzt gerade auslöst, ist schwer zu beschreiben. Es kommen Emotionen hoch, die anders sind als gerade noch auf dem Schlag zum Roggebroek selber. In dem Moment freuen wir uns nur darüber, dass ein angenehmer Tag ohne viele Eintagsfliegen mit gutem Wind vor uns liegt, der uns Richtung "Heimathafen" führt. Natürlich ist Basel der echte Heimathafen, der Roggebroek fühlt sich jedoch als solcher an, weil seit manchem Jahr hier das Winterlager für die BonBini in der temperierten Halle ist, wo sie jeweils auf den Skipper und Dani gewartet hat, die im Frühling für das Auswintern und den ersten Törn zum Hafen fahren.

Geniessen allein und mit Freunden

So, aber jetzt mal noch feiern, denn wir wissen ja von allem noch nichts. Und dieses Feiern dauert manchen Tag!

Der Skipper "Op de Schans" am Stadthafen schräg vis-à-vis vom Coop.
Gemütliche Terrasse op de Schans.
Dessen zwei andere Abbildungen.

Gekocht wird am Tag der Ankunft im Roggebroek nicht, sondern es geht ins friesische Hanse-Städtchen, sozusagen zum "Chez Max", das vor zwei Jahren zum Glück noch vor dem Schliessen behütet wurde und nun mit neuen Pächtern "Op de Schans" heisst. Wir essen auf seiner Terrasse direkt am Stadthafen. Auf dem Hinweg haben wir entdeckt, wie die Ausweitung der Wohnquartiere weiter geht, nachdem 2014 der Coop (und heutige Plus) einen Kanal und Anlegestellen erhalten hat. Zuerst waren ausser dem Coop nur Badehäuschen mit Anlegestelle geplant und ausgeführt, doch bald kamen luxuriöse Einfamilienhäuser am Wasser dazu, wo vorher nur Wiese lag. Und jetzt wird der Rest der Wiese ebenso mit Kanälen und Häusern ausgebaut. Bald ist der Roggebroek nicht mehr vom Städtchen abgetrennt.

Gemüse-Fenchel für Tee aufgeschossen.
Verrückt, was es alles gibt.
Holländisch reimt es sich besser, wenn man den Ehemann nicht mit zum Einkaufen nehmen will.
Herrlicher Blick am Abend im Hafen.
Am nächsten Tag nicht mehr ganz so herrlich.

Das Wetter bringt Abwechslung in den Ablauf der Tage, die dann entsprechend genutzt werden kann. In erster Linie mal gerade fürs Waschen, das hier zwar unendlich lange dauert, dafür aber immer wieder einen Waggel zum Sanitärgebäude erzwingt. Zudem braucht es keine App und keinen QR-Code. Nein, man meldet im Havenkantoor einfach an, dass man waschen möchte und wieviel man schliesslich gewaschen und getrocknet hat, damit es einem auf traditionelle Weise verrechnet wird. 
Nicht jedem Wäschestück tut der Trockner gut.

Auf den regnerischen Donnerstag sind Doodsens angekündigt, welche um 21.33 Uhr ihre glückliche Ankunft melden. In diesem Fall treffen wir uns erst morgen und lassen ihnen heute Abend die Zeit, sich häuslich einzurichten. 

Am Freitag schliesslich nehmen wir mit Gaby und Christoph einen gemütlichen Apéro an Bord der BonBini zu uns, bevor wir uns fürs Abendessen nach Stavoren zum Schotten verholen. Dieses Restaurant haben wir manches Jahr gar nicht beachtet, obwohl es direkt an der Strasse bei der Brücke liegt, über die wir vom Roggebroek her kommen. Die Karte ist sehr beschränkt und auf schottische Spezialitäten ausgerichtet. Hauptsache, wir haben es gemütlich.

Ohne es im Voraus zu wissen, wohnen wir gerade noch einem Festumzug bei, der mit bunten Wagen und Musik an uns vorbeizieht. Das "Stavers Feest" mit dem Thema "Traditionen der Welt (Tradities wereldwijd)", für welches mit grossem Einsatz während des Jahres Wagen geschmückt, Musikstücke eingeübt und Kostüme genäht wurden. 

Schau mal, was wir da gleich erleben!
Hier sitzen wir wirklich in einem Logenplatz.

Chinesisches Neujahr
Allerheiligen in Mexiko
Allerheiligen
Allerheiligen Kuba
Konklave für die Papstwahl

Als das ganze Spektakel vorbei ist, machen wir uns gemeinsam auf den Rückweg, um im Hafen auf der Aquarius einen Schlumi zu nehmen. Inzwischen sind Lehmanns auch angekommen und leisten uns Gesellschaft. Morgen wird die Aquarius Kurs nach Vlieland setzen, während die Scholli-Crew noch bis Sonntag bleibt und vor der Fahrt noch einmal kurz auf der BonBini vorbeischaut.

Auf der Aquarius
dito
dito
Das Cockpit wird von der Sonne geschützt bei rund 30 Grad am Sonntag.
Ohne Venti ginge es auch am Montag nicht,
obwohl kühler Nordwind weht.

Heute, Samstag, fällt der Entscheid, dass wir mit dem Büssli an die Ostsee reisen, um Freunde und Hansestädte zu besuchen. Die BonBini kann ohne Probleme selbst bis am 1. August in dieser Box liegen. Danke Lubbe! Trotzdem steht noch kein Fünkchen von Idee in unseren Köpfen, dass der Törn Enkhuizen - Stavoren etwa der letzte auf der BonBini hätte sein können.

Sonntag, 8. Februar 2026

Stadthafen Enkhuizen zum Abschluss

Dieser Beitrag spielt in der 2. Junihälfte 

Unter Segeln von Hoorn nach Enkhuizen


Weiter gehts nach einer eher unruhigen Nacht - unruhig weniger vom Wetter her, als vielmehr von unseren Päckliliegern her. Zu viert stampfen diese ständig hin und her. Vom Schiff an Land, von der Mauer aufs Schiff und erneut zurück. Nicht etwa nur ein Einzelner, sondern stets alle vier. Zudem steigen sie nicht, wie gute Seemannschaft es lehrt, bei den Wanten hinüber aufs fremde Schiff und zurück, sondern hinten vom Cockpit her. Aus ihrem Cockpit raus, aufs Laufdeck neben unserem Cockpit. Ein Wunder, dass sie nicht noch direkt durchs Cockpit trampeln. Man legt sich heute auch nicht mehr im Wechsel Bug, Heck, Bug, Heck, sondern einfach alle in dieselbe Richtung. Nun gut, Seemannschaft gilt nicht mehr. Solches lesen wir auch von Ankerbuchten im Süden. Wenn der Schwojkreis zu klein ist für den Neuankömmling, müssen halt die schon Ankernden besser fendern! 

Trotz unserer Müdigkeit legen wir ab und können erleichtert weiterfahren, nachdem nun alles im Motor wieder seine Richtigkeit hat. Eigentlich wäre Volendam angesagt, aber mit heutigem Südwest und morgigem Nordwind ist es wohl besser, von Anfang an Enkhuizen ins Visier zu nehmen.

Die Hafenmeisterin im Stadthafen Enkhuizen ruft uns ein Willkommen zu. Wir sollen nehmen, was frei ist. Dieser Aufforderung folgen wir sofort gerne und nehmen uns eine Box vorne beim Bahnhof. 

Gut festgemacht, Strom angeschlossen und ab ins Stätdchen. Das 't Ankertje dürfen wir ja nicht warten lassen. Auch meine Plüsch-Klompen finde ich endlich, nachdem Amsterdam und Hoorn das nicht geboten haben und wir Volendam nicht anliefen. Marion führte mich in einer früheren Saison in diesen auf Andenken spezialisierten Laden in der Gasse der Bäckerei. Hier treffe ich Landsmänninnen, die mit einer Reisegruppe vom Flussboot hier Station machen.

Ein Sundowner beim Hafenkino im Cockpit beschliesst diesen gemütlichen Abend.

Sieht aus wie auf dem Meer in diesem Morgendunst.

Ja, man ahnt nicht immer, was später sein wird.
Nochmals viereinhalb Stunden gesegelt.
Abendstimmungen im Buitenhaven Enkhuizen.



Die Sonne erwischt noch die Baumwipfel.
Noch sind die Päckli normal gross.
Hier liegen sie an der Südmole schon zu viert.
Die Hafeneinfahrt wird schmaler.
Am weitesten entfernt liegen sie schon zu fünft.
Die Windfahne des Dromedaris leuchtet gülden in der Abendsonne.
Windfahne am Tag.
Seezeichen mit Leuchtfeuer.
Natürlich ist das Hafenkino auch wieder unterhaltsam. Ein grosser Segler mit einer ebenso grossen Mannschaft lässt alle seine Schrauben hören (Motorantrieb, Heck- und Bugstrahler). Trotz diesem Aufwand schafft er es erst, an einem anderen Boot festzumachen, nachdem ein Crew-Mitglied mit einer Leine übergestiegen  ist. Dummerweise versuchen sie (so viele Crews) meistens zuerst die Vorleine festzumachen, wodurch das Heck abgetrieben wird, bis das Boot beinahe senkrecht zum Zielboot steht ...

Flanieren

Am Mittwoch und Donnerstag beehren wir logischerweise sowohl das 't Anktertje, als auch die Mastenbar im Compagnieshaven. Beide warten auf mit Hafenkino, das 't Ankertje auch noch mit der Hubbrücke.
Leider überzeugt die Dessertkarte der Mastenbar nicht wirklich. Zudem geht da am Houtribkanal ein S.. kalter Wind. 
Trotzdem passt es, dass wir hingehen, denn im Joosten-Ship-Chandler bieten sie Krähen an, die andere Vögel von den Booten fernhalten sollen. Einen Versuch ist es wert. Auf der BonBini nutzen wir die Schlangenhüterin. Wirkt so la-la. 
Auf dem Heimweg schauen wir im kleinen Nautikladen am Buitenhaven vorbei, was eine Caprihose und ein T-Shirt erbringt. Zum Glück, denn am Folgetag reisst die Naht der alten Hose.

Am Freitagmorgen liefert der Weg zum VoMar ein nettes Erlebnis. Die Autorin bedankt sich bei der Autofahrerin für deren Anhalten. Diese wiederum bedankt sich mündlich, indem sie extra dazu das Seitenfenster herunter lässt, dafür, dass ihr gedankt wurde. Ist das nicht nett?
Wie zu entdecken ist, sind die holländischen Kirschen pro Kilo um zwei Euro von 14 auf 12 heruntergeschrieben. Morgen holen wir uns auch welche.

Für Mittsommer wissen wir gar nicht recht, was wir unternehmen wollen. Schliesslich gehts in den Snouck-van-Loosen-Park, in der Gegend vom Bahnhof. Dieser wurde gestiftet durch das Erbe dieser Frau, welche von 1807 bis 1885 lebte. Ebenso ist das (ehemalige) Hotel am Stadthafen bei der hinteren Brücke nach ihr benannt. Einen Apéro nehmen wir im Garten bei der Kirche und verarbeiten die tollen Bilder vom Park und den Stegen.
René kocht. Mmmh, lecker!

Immer mal wieder ist ein bisschen Haushalt nötig, was am Folgetag mit dem neuen Staubsauger ein Kinderspiel ist. Auch die Blätter an Deck werden weggefegt, allerdings tatsächlich mit dem Besen.

Danach gehts an die Kermis oder Kermes, bei uns Chilbi, Kirchmesse. Heute wäre Joli 63 geworden, noch nicht einmal AHV-berechtigt. Sie fehlt uns schon fast ein Jahr.

Immer wieder ein Blickfang.
Schon die Kleinen sollen sich ans Leben an Bord gewöhnen.
Ob die Nofretete selbst geputzt hat? Und Erinnerung an Klaus' Segler Nefertiti.
Weisser Steinklee
Moschusente

Hoppla, da fehlt wohl Mannschaft!
Der Klüver an diesem Gaffelsegler ist grad geborgen.
Grauer Fischer unter rotem Dach des Fischerbootes.
Nicht Alpenrose, sondern Gebirgsrose.
In der Schweiz sind wir die Einzigen mit diesem Namen.
Da ist fleissig gebaut worden.
Gut, mach es genau so, wie die Eltern!

Offenbar leben einige dieser Rasse hier.
Erholsamer Spazierpark.
Trompetenbaum
Sehr ähnlich, ist aber ein Blauglockenbaum.
Wie Stockenten erscheinen.
dito.
Der Lotus-Effekt am Vorbild.

Wohnen am Wasser.
Silberlinde, fast buchstäblich.
Eine Weinrebenart. Man denkt eher an Hasel.
Pestwurz.
Eine Bohnenart
Japanischer Schnurbaum
Strassennamen gibts.
Essiggurken-Steg.
Ziemlich schmal, so richtig ein Märchenhäuschen.
Ups! Das hält noch?
Eine Hochzeitsgesellschaft flaniert in Kirchennähe.
Backsteinmauer muss nicht langweilig sein.
Der neueste Stein der Würdigung.

Taxi-Hafenrundfahrt für Junioren.
Bisschen gross der Fisch-Happen?
Stammsitz der Schwarzkopfmöwe.

Auswärts essen


Die veganen Gehacktballetjes im 't Ankertje sind nicht ganz vegan, haben aber trotzdem geschmeckt. Die vegane Sorte, welche tatsächlich noch besser schmeckt, bestellen wir nach. Zum Schluss erlässt uns die Wirtin die falsch servierten Gehacktballetjes. Fürs nächste Mal nehmen wir einen kleinen Löffel mit, damit am Schluss die leckere Sosse nicht einfach übrigbleibt und weggekippt wird..

Dieser schmackhafte Snack wird tatsächlich mehrmals schnabuliert. Jetzt aber erhalten wir von Anfang an die vegane Version.

Kultur, auch mit der Hafenmeisterin


Wie immer, suchen wir Musik. Diejenige am Fis-Avslag direkt am Buitenhaven ist ein Gitarrensolo, das wir dann aber zuhause fertig anhören, nachdem wir bei einem Bierchen dem Anfang beigewohnt haben.

Im Dromedaris an einem anderen Abend geht es um ein Gitarren-Duo. Die Hafenmeisterin setzt sich mit ihrem Partner zu uns an den Tisch. Sie sei seit 30 Jahren in Enkhuizen. Ihr Deutsch klingt nativ. Wir sprechen sie an auf ihre spontane Hilfs-Aktion für einen Segler, der etwas unbedarft längsseits an der Südmole anzulegen versuchte. Frau Hafenmeister machte in aller Eile irgendwo fest und rannte dem Unbeholfenen zu Hilfe. Solche Aktionen brauche sie, sie würde sonst total steif, den ganzen Tag im Hafenmeister-Boot sitzend nur nach dem Rechten zu sehen. Sie empfiehlt uns gleich den nächsten Auftritt im Dromedaris, den wir dann leider nicht wahrnehmen. Die Hafenmeisterin ist mit Recht stolz auf ihren Hafen.

Julia Adriana und Nolwenn singen und spielen. Es geht um angenehm leise, leidenschaftliche Lieder des Singer-Songwriters. Doch nach einer Stunde wird es immer schwieriger, zu erkennen, in wiefern sich der aktuelle Song melodisch vom vorherigen unterscheidet. Schliesslich verabschieden wir uns ganz diskret französisch und wandern zurück an Bord.

Tags darauf macht ein Österreicher in einer Nachbar-Box fest. Ob das wohl gut gehe, fragen die Hafenmeister, ein Schweizer und ein Österreicher so dicht nebeneinander. Wir meinen, wenn die Obrigkeit nichts höre, werde es gut gegangen sein.

Gitarren-Solo am Fisavslag
Das Dromedaris lässt alle Viertelstunden sein Carillon erklingen,
mal länger, mal kürzer.
Die Julia Adriana singt mal mit Nolwenn, mal alleine auch in
Berlin oder Glasgow.
Viele Jahre lief da nur für angemeldete Gruppen etwas, zum Beispiel für
den Segel- und Ruderclub vom Buyshaven der Jahres-Apéro.


Stimmungsvolles Inneres des Dromedaris.
Unsere Hafenmeisterin fährt am 't Ankertje vorbei.
Hübsche normale Cumulus- und Linsen-Stapelwolken.
Wer hätte gedacht, dass dies unser letzter Enkhuizen-Besuch auf der 
BonBini ist?