Sonntag, 4. Dezember 2022

Staande Mastroute von Harlingen nach Lemmer

 Von Harlingen nach Grou

Dieser Beitrag spielt vom vom Donnerstag, 13. bis Montag, 18. Juli 2022

Eigentlich ist der Skipper schon ziemlich müde, doch es findet sich nach Harlingen kein Rastplatz, der uns überzeugen würde. Wir wollen ja nicht nur kurz festmachen, sondern uns auch ein bisschen die Füsse vertreten, Essen gehen, etwas anschauen, am Nachmittag gemütlich ein Bierchen geniessen. 

So queren wir auf unserem Weg Brücke um Brücke, welche teils automatisch öffnen, weil sie ein Signal erhalten oder uns auf dem Bildschirm sehen, teils aber durch Knopfdruck aufmerksam gemacht werden müssen. Manchmal heisst es warten auf einen Zug, der nach Fahrplan verkehrt. 
Für die Fahrenden ist es unter Umständen bestimmt nützlich, wenn sie dierekt durch eine Tafel bei der Brücke erfahren, wie sie heisst.
Es ist speziell, wie die Brücke je nach Ort unterschiedlich benannt wird. Für uns ist es Brücke, Überführung, Passerelle oder Steg, vielleicht noch Viadukt. Doch hier beginnt es bei Brug, geht über Brugge, Bryg, Brygg, Bryge bis zu Burg. Von Konings-, über Kiesterzijl-, Frisia-, Stations-, Drenrijp-, Ritsumasyl-, Eisanbahn-, Harinxma-, Palma-, Tùtse-, bis zu Galle- und noch weiter geht es, bevor wir in Grou eine Box erhalten und endlich ausruhen können.
Der Skipper spült gleich das Boot frei vom Salz, weil doch auf der Überfahrt von Helgoland bis Harlingen alles ziemlich klebrig wurde. Zwischenzeitlich heftete sich das Salz so an die Luken, dass wir sozusagen unser eigenes Fleur de Sel davon abkratzen konnten. 

Fleur de Sel auf der Sprayhood.
Immer faszinierend, wie Land- und Wasserstrassen kombiniert werden.
Uferschwalben mit ihren Bruthöhlen.


Je ein Zug in beide Richtungen ist vorbei, nun ist die Reihe an uns.
Direkt vor der Eisenbahnbrücke.

Zur gleichen Zeit quert Dani den Leuchtturm auf dem Oberalppass, zu dem Widmers von der Argus
einmal den Schlüssel erhalten haben. Das ehemalige Unterfeuer von Hoek van Holland
steht seit 2010 hier als Vorbote der Rheinquelle. So stehen Anfang und Ende des Rheins in 
direkter Verbindung miteinander.


Wir überqueren in einem Navidukt die A 31, während wir sonst aufs 
Öffnen der Brücken warteten, um unten durch zu fahren.
Solche Wegweiser vermisst man auf grösseren Gewässern 😅
Fest in Grou im Yachthaven Box 18.

Selbstverständlich gehts durchs Städtchen, zu Fuss oder mit den Fahrrädern, damit wir uns wieder etwas mehr als nur in Rhythmus der Wellen bewegen.

St. Piter: Eines der wichtigsten Feste in Grou, am 21. Februar.
Sloeps zu mieten.
Karianne Krabbendam, De Leugenbank, 1986, Grou
Velofahrt dem Prinses-Margriet-Kanaal entlang.
Adler auf Futtersuche.

Das Städtchen im Abendlicht

Von Grou nach Lemmer

Dieser Beitrag spielt vom Montag, 18. bis Freitag, 22. Juli 2022

Irgendwann ist genug ausgeruht, spaziert und Fahrrad gefahren. Wir werfen die Leinen los in Grou und fahren durch den Prinses-Margriet-Kanaal nach Lemmer. Unter allen möglichen Brücken und durchs Sneeker-Meer fahren wir nach Lemmer zu unserem Segelmacher. Im 2020 gaben wir eine neue Sprayhood in Auftrag. Sie muss an unser Kuiptent angepasst werden. Leider konnten wir dies aus Corona-Gründen erst 2022 aufstellen und merkten sofort, dass es nicht passte. Das Kuiptent hängt durch, lässt sich nicht anspannen und hat völlig verkehrte Reissverschlüsse. Der Segelmacher sieht das Problem sofort und zeichnet an, was verändert werden muss. Wir segeln ohne diesen Wetterschutz weiter, es ist ja Sommer.  

Zuhause wird uns dann eine Rechnung für diesen werkseitigen Fehler erwarten, die wir mit Kommentar bezahlen. Darauf erstattet die Firma den Betrag wieder und entschuldigt sich. Danke sehr, das ist Kundenservice!

Seezeichen auf dem Snitser Mar.

Mühle auf dem Prinses-Margriet-Kanaal.
Ob der Vorrat reicht?
Das Fahrwasser verengt sich.
Kurz vor der Prinses-Margriet-Sluis.
Da segelt doch noch einer durch die Wiese.
Kurz vor Lemmer ...
... mit 109 Kilometer auf der Staande-Mast-Route von Harlingen her.
In der Prinses-Margriet-Sluis.


Nach dem Schleusen gehts direkt zum Segelmacher DeVries Maritiem, damit wir in der nächsten Saison wieder allen Wetterschutz zur Verfügung haben. 

Eben hat die BonBini die Schleuse verlassen und sucht einen Platz im Stadthafen. Dani ist Zeuge.

Die Schlagbäume sind unten. Gleich wird die Brücke für uns aufgehen. Auch dieses Bild ist von Dani.
Unser Törn von Grou nach Lemmer.
Prinses-Margriet-Sluis, Lemmer Segelmacher,
Stadtschleuse und Platz im Stadthafen.
Kaum lagen wir im Päckli auf der rechten Seite, 
wird ein Platz frei links, den wir uns schnell
schnappen. Zwei Bootslängen bis zur Pizzeria.

Toller Platz im Schatten der Bäume. 
Sozusagen Patrouille Nederlands.
Spazier durchs Städtchen.
De Lemster Fiskerman, Bert Kiewit 1990
Es wird kühler.
Abend in Lemmer.

Das Thermometer steigt an diesem Nachmittag noch bis 33 Grad.
Zum Abkühlen hilft die Heckdusche. Duschen, trocknen lassen, duschen, ... doch es nützt wenig.
Jürgen von der Mabea kommt kurz an Bord, bevor wir gemeinsam mit 
ihm und seiner Crew zur Pizzeria gehen.
Die Mabea verholt sich nach Woudsend, weil dieser Törn für sie zu Ende geht.
Zauberhaft.
Endlich ein bisschen Abkühlung.

Während wir noch immer unsere Freiheit geniessen und das Leben an Bord, muss die Nexus-Crew ihren Urlaubstörn abbrechen, um nach Hause zurück zu kehren, denn dort gibt es einen Wasserschaden. Zum Glück sind sie noch so nahe von zuhause! Später, wenn sie alles aufgeräumt und rausgeschafft haben, werden sie mit einem Gebäudetrockner die Sache in den Griff bekommen. So kann wenigstens Christian ein paar Tage seines Urlaubs nachholen, während Marion die Sache zuhause im Auge behält.

Für uns wird es weiter binnen durchs Sneekermeer gehen und über Woudsend zum Roggebroek, bevor wir nochmals aufs IJsselmeer ziehen.