Dieser Beitrag spielt im Juni 2024
Waschen und weiter
Bevor wir Cuxhaven das Heck zukehren, wird am Samstag, 15. Juni noch einmal die Wäsche gewaschen. Weil es noch immer zwischen vier und acht Beaufort bläst und teils aus Fässern giesst, wird sogar dieser Gang ins Städtchen eine kleine Expedition. Ja, ins Städtchen, denn die Maschinen im Hafen sind fast den ganzen Tag besetzt und arbeiten sehr langsam.
Hingehen mit den Wäschetaschen ist ein Kinderspiel und das Waschen an der "Neuen Reihe" auch. Anders der Rückweg. Weil die Wäsche jeweils auch im Trockner ist, soll sie trocken bleiben. Dies zu erreichen, gelingt auf diesem besonderen Heimweg nur mit grosser Mühe und eigentlich auch mit einem Verhalten, das andere Menschen noch erschrecken könnte. Zuerst versucht die Autorin die Wäsche an einer Hauswand mit ihrem eigenen Körper abzudecken. Doch der Regen kommt fast quer. Ja, also, wo in der Nähe könnte ein Hof zu finden sein, in dem man nicht gerade allzu sehr auffallen würde und der Schutz bieten könnte? Klar, da hinten gleich neben dem Zugang zum Lotsenviertel. Da führt eine geschützte Treppe zu den Wohnräumen hoch. Kaum haben wir drei uns da installiert (zwei Taschen mit der Autorin), öffnet sich die Hautüre, um eine Frau ins Unwetter zu entlassen. Grosse Entschuldigungen und Erklärungen, die ohne Problem angenommen werden, lassen uns weiter im Regenschutz bleiben. Puh, Glück gehabt. Irgendwann scheint die Schauerbö vorbeigezogen zu sein und der Rückweg kann mit trockener Wäsche weiter verfolgt werden.
Auf Sonntag sinkt das Barometer weiter auf 990 hPa, der Wind wird schwächer, ab und zu guckt die Sonne zwischen den Wolken durch. Nur ein Gewitter zieht noch auf. Wir planen die weitere Route nach Westen unter Einbezug von Tide und zurückzulegender Strecke. Es gilt noch, eine Hose zu flicken, die sich einfach so langsam durchschabte, durchschamfilte.
Überfahrt mit Überraschungen
Heute, Montag passt's. Leinen los von Cuxhaven. Auf nach dem Westen (frei nach General Sutter in Kalifornien). Doch vorher noch Tanken, damit einfach für jede Überfahrt immer genügend Diesel an Bord ist. Das Barometer steigt, der Wind ist angenehm, jedenfalls teilweise. Den Rest müssen wir halt motoren. Doch die Maschine arbeitet gerne wieder einmal.
Es ist herrlich, ein weites Blickfeld zu haben, statt nur bis zum Hafengebäude und dem Camperstellplatz zu sehen. Obwohl, wir lieben es, einen Ort zu unserem zu machen, indem wir uns bezüglich Gaststätten und Einkaufsmöglichkeiten ausführlich kundig machen. Doch irgendwann ist es genug.
Plötzlich wird dieses weite Blickfeld gestört durch einen Frachter mit zwei hohen Säulen auf dem Achterschiff. Darüber haben wir doch mal eine interessante Doku gesehen. Das müssen eine Art Segel sein, die den Dieselantrieb des Schiffes unterstützen. Tatsächlich, der Skipper bestätigt diese Vermutung, Ein Flettnerschiff sei dies. Durch den Wind werden Lamellen in der offenen Säule angetrieben, welche wie Segel eine Vorwärtsbewegung des Schiffes durch Windkraft ermöglichen. Es ist äusserst spannend und interessant, so einen Antrieb in echt zu sehen. Da läuft also etwas bezüglich Einsparung fossiler Brennstoffe.
Wir segeln auf Höhe Weser. Da der Skipper stets auch die AIS-Anzeigen benachbarter Schiffe und Boote im Auge hält, erkennt er ebenfalls den Kurs eines Schiffes aus der Weser heraus. Es ist die Seeziege, die er in der Nähe des Leuchtturms auf der Aussenweser entdeckt. Schnell wird ein Foto vom Display gemacht und zu Erhard und Silke geschickt. Wie wir darauf erfahren, blieb Silke in Bremerhaven, da ihr mit der alten See doch eher übel würde. Dadurch segelt Erhard mit Harm, einem Clubkameraden, nach Cuxhaven, wohin Silke mit Zug und zwei Unterbrechungen fährt, um von dort aus mitzusegeln, während wir weiter einen westlichen Kurs verfolgen.
Tide und Wind passen für uns und Langeoog bestens. An einem Schwimmsteg mit Fingerdock liegen wir für wenig Geld, aber mit hoher Kurtaxe (4.20 pro Person und Tag, verglichen mit Tenero, wo sie für die 2.40 pro Person und Tag das ÖV-Abo offerieren) und sehr ruhig mit freundlicher Hafenwartin.
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Beim Auslaufen wird noch immer gebaggert.
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Unser Wahrzeichen nun beim Auslaufen von der BonBini aus. Cuxhaven adieu! |
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| Der Frachter mit dem Flettner-Antrieb. |
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| Die BonBini unter traditionellen Segeln! |
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| gemütlich gen Westen |
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| So segeln wir aneinander vorbei. Die Seeziege Richtung Ostsee, die BonBini Richtung Westen. |
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| Um Langeoog noch herum, um in den Hafen zu kommen. |
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| Die Fähre rast Richtung Festland. |
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Cuxhaven-Langeoog mit der richtigen Tide und dem passenden Wind. |
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| Ruhig im Hafen Langeoog. |
Radtour mit Hindernissen
Nach einer ruhigen Nacht planen wir für den heutigen Dienstag eine Fahrt mit unseren Rädern ins Städtchen. Die Räder sind entfaltet und über die Rampe aus dem Hafen hoch geschoben. Der Skipper steigt auf, fährt los und ist weg. Leider geht das für die Schreiberin nicht ganz so glimpflich ab. Gleich nach den ersten Pedal-Umdrehungen klappt der Lenker mit ihr noch dran, vornüber, wobei die Radlerin mit einem Salto im Rasen landet und nun nicht mehr vorwärts, sondern rückwärts schaut. Hoppla! Es knackt hörbar im Brustkorb. Gleich schnellt eine nette Fussgängerin herzu, um beim Aufstehen zu helfen und sich zu erkundigen, ob es gehe. Glück im Unglück, der Kopf oder die Gelenke lassen sich normal bewegen. Irgendwie nimmt auch der Skipper wahr, dass da hinter seinem Rücken etwas nicht stimmt. Sein weiser Rat bei Ankunft ist, man müsse halt die Pedalen ausklappen, bevor man starte. Er sieht die rechte nach dem Sturz eingeklappt, was nun total unprofessionell aussieht.
Ja, es geht. Die Fahrt ins Städtchen den Gleisen entlang kann aufgenommen werden. Es wird ein wunderschöner Besuch dort, und auf der Düne. Freundliche Spaziergänger fotografieren uns mit dem Leuchtturm im Rücken. Die Schmerzen sind erträglich, das Mittagessen lecker. Doch irgendetwas als Tüpfelchen auf dem i sollte noch laufen, denken wir. Wir versuchen zwei Plätze für einen Inselrundflug zu reservieren. Leider ist der Pilot oder Organisator nur per WhatsApp zu erreichen, wodurch seine positive Antwort viel zu spät kommt. Wir müssen für die Weiterfahrt auf See einkaufen und zum Hafen zurückfahren. Der Laden im Städtchen führt alles, was wir brauchen und rasch ist der Rucksack gefüllt. Selbstverständlich hängt dieser wie immer am Rücken der Autorin, was diesmal ausnahmsweise nicht so eine brillante Idee ist. Jedenfalls muss der Skipper vom Liegeplatz noch einmal hoch zur Strasse kommen, um der Radlerin das Fahrrad abzunehmen, denn die Schmerzen werden immer grösser. Das Verständnis für diese Schwäche hält sich in Grenzen. Am Fingerdock muss der Rucksack umgepackt werden in zwei Taschen, damit die Schreiberin es schafft, den Einkauf unter der Reling durch an Bord zu hieven.
Irgendwie ist wohl mit den Rädern sowieso etwas nicht in Ordnung, denn gleich wird an die deren Reparatur gewerkelt. Ebenfalls per WhatsApp erfahren wir noch, dass meine Stiefschwestern im September eine Reise nach Spiekeroog und Juist planen. Der Norden hat es uns allen offenbar angetan.
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| Das Stationsgebäude |
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| Die Inselbahn ganz Märklin-artig |
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| Gleich Eingangs Städtchen werden unsere Räder geparkt. |
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| Genau dafür lernten wir in der Mathematik alles über Flussdiagramme. |
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| Sehr freundlich von den Spaziergängern, uns so zu fotografieren. |
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| Ein Greisenkraut |
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| Blick über den Strand nach Baltrum. |
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| Auch ohne uns sehr idyllisch. |
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| Was die Leute hier wohl mit einem Davoser (Schlitten) unternehmen? |
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| Lale Andersen, weltberühmt mit "Lilli Marlen". |
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| Wo sich das Gleis verliert. |
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| Letztes Mal auf Langeoog sank der Kiel bei Niedrigwasser im Schlick ein. |
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| Im Hintergrund der auftauchende Grund. |
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| Diesmal haben wir noch genügend Wasser unter dem Kiel. |
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| Der Nutzen der Pricken im Hafen zeigt sich deutlich. |
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| Die Fähre im schmalen Fahrwasser beim Auslaufen. |
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| Wasser genug fürs Wendemanöver? |
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| Hat geklappt. |
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| Zum Glück steht das Hafenbüro nicht ganz oben. |
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| Bei ablaufendem Wasser werden wir auslaufen und weitersegeln. |
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| Traumhaft dieser Anblick. |
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| Da muss noch was kommen, bevor die Leinen losgeworfen werden. |
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| Ein Hafenmärchen. |
Bei stabilen 1000 hPa, zwei bis vier Beaufort SW bis NW und strahlendem Sonnenschein werfen wir nach einem Tag Inselausflug am Mittwoch die Leinen los von Langeoog und fahren mit ablaufendem Wasser Richtung Nordsee und an Norderney vorbei. Würden wir hier einlaufen, wäre dieser herrliche Segeltag nach knapp 20 Seemeilen bei einer Fahrt von rund sieben Knoten viel zu schnell vorbei. Obwohl, die Rippen reden schon mit.
Borkum wird ins Auge gefasst und mit drei Knoten auflaufend am Leitdamm und der Fischerbalje vorbei gesegelt, das Borkum-Riff umschifft und im Port Henry festgemacht. Wir werden richtig hineingeschoben. Hier zeigt sich, dass unsere Informationen bezüglich dieses Hafens zutreffen. Es sind tatsächlich einige Stege erneuert. Rasch ist ein Platz längsseits am Schwimmsteg gefunden mit Strom und Wasser. Ein gelbes Gestell unter Wasser ist zusätzlich mit einem Fender als Boje markiert, damit diese Stelle beim Anlegen beachtet und ausgelassen wird. Es ist nun bereits spät am Abend, sodass nur noch Convenience-Food zubereitet wird.
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Mitte-Fahrwasser-Tonne, von welcher aus die Fahrwasser der Gats angesteuert werden. |
Wirklich wahr, herrlich.
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| Norderney im Kielwasser. |
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| Borkum in Sicht |
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| Die Fischerbalje erreicht. |
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| Der Leitdamm zeigt sich mit Brandung. |
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| 20 Uhr, sicheres Liegen längsseits im Port Henry. |
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| Gut genutzt, dieser Tag. |
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Wie wir später sehen werden, war im Militär-Hafen nur noch wenig Platz für Sportschiffe. |
Ferien auf Borkum
Der Skipper kümmert sich am Donnerstag um die Hafengebühren im Hafenrestaurant und entdeckt dabei, dass die Sanitär-Anlagen mässig angenehm und nicht immer geöffnet sind. Ebenfalls ist er auf die Bushaltestelle der "Inselbahn" direkt beim Hafen gestossen, welche uns in die Stadt bringen wird.
Jede Bewegung erinnert daran, dass da Rippen sind. Doch bestimmt ist die Sache mit Übungen bei gequetschten Rippen zu beheben. Leider knackt es dabei stets wieder. So, kein Gejammer, sondern los! Mit dem Bus in die Stadt, zum Strand, zum Einkaufen, zum Pizza Schlemmen. Sogar ans Ost-Ende der Insel bringt uns die "Inselbahn", zur "Letzten Gaststätte vor Juist", am Flugplatz und an zwei Campingplätzen vorbei. Das alles lohnt sich riesig, denn die 1000 hPa bleiben uns erhalten und die Sonne scheint durch eine dünne Cumulostratus-Schicht. Auf dem Heimweg scheint der Bus sich in ein "Power-Plate"-Gerät zu verwandeln, das durch all die Schlaglöcher und Unebenheiten in den Strassen und Wegen es darauf abgesehen hat, weitere Rippenbrüche zu verursachen.
Der Freitag wird ein Bord- und Lesetag, dessen Ruhe auch den geplagten Rippen gut tut.
Am Samstag kommt dummerweise die Idee auf, dass man jede Gelegenheit zum Einkaufen nutzen müsse, denn man weiss ja nie, wo und wann dies das nächste Mal möglich ist. Genau so, wie mit dem Tanken. Jede Tankstelle wird genutzt. Der Regen hat jedenfalls aufgehört, es bläst nur noch kalter Wind. Gut, dann mal mit dem "Power-Plate-Inselbahn-Bus" in die Stadt. Ein Indianer kennt keinen Schmerz (auch wenn das vielleicht kulturelle Aneignung sein könnte). Nicht einmal mehr Tramadol-Tropfen helfen. In der ganzen Klote-Situation wird die Einkäuferin am Fliessband der Kasse noch blöd durch einen älteren Herrn angemacht: "Jeden Zentimeter nutzen: Hoffentlich reicht das (der gesichtete Einkauf hinter diesem netten Herrn, Anmerkung der Autorin) fürs Wochenende!"
Der Nachmittag gehört einem Hafenwackel mit Kneipentour: Den Hinweg nehmen wir durch den Hinterhof des Port Henry zum "Burkana"-Hafen (der grössere) und zum Feuerschiff hinter dem Yachthafen-Café-Restaurant, den Rückweg übernimmt die Strasse.
Am Sonntag scheint die Sonne, das Barometer scheint verklemmt. Egal, welches Wetter, es bleibt stets bei seinen 1000 hPa. Die schmerzenden Rippen bleiben an Bord, während der Skipper rekognosziert, wo es Essen gäbe mit Fussball. Die einzige Möglichkeit wäre die Stadt, von wo leider nach 21.30 Uhr kein Bus mehr zurück führt. An Bord haben wir weder Radio- noch TV-Empfang. Je nun.
Am Montag endlich gibt es dank Bruder-Tipp über WhatsApp eine Idee, wie die ganze Rippensache etwas verbessert werden könnte! Korsett wäre die Lösung. Haben wir nicht, und nochmals mit Power-Plate in die Stadt, ... , aber der Skipper verfügt über einen Nierengurt für winterliche Wetterverhältnisse an Bord. Das ist die Lösung, jawoll! Diesen diagonal über die linke Schulter unter dem rechten Arm durch drapiert bringt tatsächlich die nötige Linderung. Es wird stabilisiert unter Beibehaltung von Bewegungsfreiheit, damit die Autorin doch noch als zweite Hand an Bord etwas taugt.
Wir steuerten mit auflaufendem Wasser den Hafen an und haben dank unserem guten Liegeplatz stets Aussicht auf die Einfahrt. Durch die Fähren erhalten wir manchmal Schwell, aber nicht allzu tragisch, die Fender können es an.
Heute Abend aber kann es jemand nicht an. Ein Segler bleibt auffallend lang vor der Einfahrt stehen. Was er wohl sucht? Ist er sich nicht sicher, ob er Port Henry, Burkana oder Delfzijl ansteuern soll? Nein, das Rätsel liegt anders, denn offenbar hat er nicht ganz die richtige Tide erwischt. Eine Zeitlang versucht er (verzweifelt?) durch Krängung oder Rückwärtsgang von der Sandbank herunter zu kommen, bis er sich schliesslich seinem Schicksal fügt und auf die nächste passende Gezeit wartet. Jetzt ist es 18:56 Uhr. Es ist also eine Stunde vor Niedrigwasser, das um 20:05 Uhr erwartet wird. Das nächste Hochwasser an der Fischerbalje soll um 02:03 Uhr sein (Borkum Gezeitenkalender 2024). Doch wird die Unglücks-Yacht bestimmt schon vorher freikommen.
Für uns allerdings ist dieses Ereignis ein warnendes Beispiel, das wir fürs Auslaufen gleich berücksichtigen werden.
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| Die Insel auch wieder voller zauberhafter Blumen. |
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Leider ist der Japanische Knöterich auch hier heimisch geworden. Schädlich ist er vor allem dadurch, dass er Mauerwerk durchbrechen kann, genau, wie Bambus. |
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| Blick über den Strand, den vorgelagerten Sand zur Nordsee. |
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| Übung macht den Meister ... |
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... an unterschiedlichen Orten mit verschiedener Anzahl Teilnehmer und diversen Aktivitäten. |
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| Ganz im Osten "Die letzte Gaststätte vor Juist". |
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| Wahrscheinlich vermisst keines der Boote im Hafen diesen Anker. |
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| Wirklich: Borkumer Kleinbahn. |
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| Von der "Bahnstation" beim Port Henry aus gesehen. |
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| "Unser" Hafengebäude ohne TV. |
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| Angenehm, dieser Schwimmsteg. |
Das ruhige Drehen eines Windgenerators.
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| Mit Schmerztabletten nur Kaffee erlaubt. |
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| Offenbar ist das kein Kaninchengehege. |
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| Die Fischerbalje noch vom Stadtstrand aus gesehen. |
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| Ein Fasan. |
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| Damit man weiss, wo man ist. |
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Das wäre doch mal eine richtige Kugelbake (Im Garten vor dem Hafencafé). |
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| Welche Erleichterung: Der Nierengurt als Korsett-Ersatz. |
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| Der grüne Teil fällt trocken bei ablaufender Tide. |
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Wer würde denken, dass genau in der Hafenzufahrt eine Sandbank liegt? Die Tiefe bei Kartennull betrüge 1,2m, was also nur beim niedrigsten je gemessenen Niedriegwasser vorkommen sollte. Dort sitzt die (hier blau markierte) Segeljacht fest. |
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| Etwas vor 19 Uhr von der BonBini aus aufgenommen. Sie steht einfach da. |
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Zur gleichen Zeit durch den Skipper am Hafeneingang aufgenommen.
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| Eine halbe Stunde später beginnt die (unbeabsichtigte) Krängung. |
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Ab 20 Uhr wird's ungemütlich, aber für uns ein zu berücksichtigendes Beispiel fürs morgige Auslaufen. |
Die nächste (und für diese Saison letzte) Insel angepeilt
Wie sich schon gestern mit 1006 hPa zeigte, klemmt der Zeiger des Barometers nicht. Heute Montag, 26. Juni 2024 haben wir 996 hPa, wolkenlos mit Wind aus Ost von 3-5 Bft.
Wir stehen um 3 Uhr morgens auf, weil Hochwasser Borkum um 2:03 Uhr ist und wir um 04:00 Uhr mit ablaufender Tide Richtung Nordsee auslaufen aus Port Henry und uns von Borkum weiter Richtung Westen verabschieden.
Dieser Zeitpunkt hilft uns doppelt: Erstens kommen wir damit über die dem Hafen vorgelagerte Sandbank ungeschoren hinweg. Zweitens sollten wir bei langsamer Fahrt Störtemelk bei Niedrigwasser erreichen, sodass uns der Tidenstrom hineinspülen sollte nach Vlieland.
Der Tag ist ein Traum, die Berechnung stimmt, nur leider passt Vlieland nicht, denn dort steht alles auf rot, was "seer beperkt" (kein Platz mehr) bedeutet oder eben nur irgendwo im Päckli an einem Grosssegler.
Deswegen wird umgeplant, was mit dieser Tide auch passt, nämlich um Harlingen zu erreichen. Doch noch vor dem "Blauwe Slenk" führt ein betonntes Fahrwasser nach Terschelling. Dieses ist neu ausgebaggert, nachdem die Strömung eine alte Zufahrt wieder freigegeben hat. Das lasen wir, als wir die Berichtigungen der Papierkarten vorgenommen hatten. Zudem sehen wir viele Segler durch dieses Fahrwasser Richtung Terschelling ziehen. Die werden wohl nicht alle Hub- oder Kim-Kiele haben. Mit der BonBini haben wir diese Insel noch nie angesteuert, haben jedoch immer so viel Gutes davon gehört. Zudem wird gemeldet, dass hier noch alles grün, "voldoende plaats" (genügend Platz) ist.
Voller Hoffnung auf neue Inselexpeditionen nehmen wir das in Angriff. Doch bald zeigt sich, dass hier einfach das Regime anders ist. Statt Fingerdocks an den grossen Stegen, liegen hier lange breite Schwimmstege in Nord-Südrichtung. Wer früh kommt, liegt längsseits direkt an einem Schwimmsteg und dient als Brücke für die Späterkommenden. Diese legen sich ins Päckli und zwar nach Hafen-Vorschrift mit dem Heck zum Land und dem Bug nach Süden. Sollte irgendein Problem entstehen, liegen alle schon richtig mit dem Bug Richtung Hafenausfahrt und können, ohne wenden zu müssen, gleich losfahren. Wir legen uns als drittes Boot der zweiten Reihe ins Steuerbord-Päckli, wodurch noch eine Lücke bleibt, um von Hinten und von Backbord weiter aufzufüllen. Weiter landwärts hätten wir nicht steuern können, denn das nächste Boot ist für uns zu kurz und zu niedrig. Auf Langeoog entrichteten wir Hafengebühren von 15 Euro, alles inbegriffen, ausser Kurtaxe. Auf Borkum 20 Euro. Hier aber verlangen sie ohne jede Infrastruktur im Päckli das Doppelte, nämlich 39.50 Euro!
Eine Nacht reicht, Expedition abgeblasen, denn mit dem eingeschränkten Bewegungsvermögen der Autorin besteht keine Chance, mehrfach über mehrere Schiffe an Land und wieder zurück zu steigen.
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| Aufstehen bei Vollmond, bald ablegen. |
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| Dieser schöne Himmel begleitet unser Auslaufen. |
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| Wir sind nicht die Einzigen, die den Augenblick pflücken. |
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| Fischerbalje adieu! |
Alles noch nächtlich ruhig.
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| Nie orientierungslos. |
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| Blick zurück Richtung Delfzijl. |
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| Nochmals Blick auf Borkum bei Sonnenaufgang. |
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| Karibische Farben bei Vollmond am Morgenhimmel |
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| Sie steigt langsam aus dem Wasser. |
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| Segeln, segeln, segeln. |
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Brav am Störtemelk vorbei, weit nach Westen, sonst bremst das Riff unter Wasser. |
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| Seit Borkum sind wir an drei der Westfriesischen Inseln vorbeigesegelt. |
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| Ansteuerung Passantenhaven Terschelling. |
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| In dieser Vergrösserung liegen ziemlich viele Boote aufeinander. De Plant fällt trocken. |
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| Die Sicherheits-Umfahrung von Störtemelk, |
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Der gelbe Pfeil zeigt den Anfang des Terschelling-Fahrwassers. |
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| Ankunft im Passantenhaven. |
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| Passanten: Ja, wir bleiben nur eine Nacht. |
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| Grosse Mastendichte. |
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| Mitglied im königlichen Jachtclub. |
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| Vor vier Tagen Mitsommer, doch die Sonne verabschiedet sich um 21 Uhr. |
Gute Nacht für heute!
Wieder Festland
Die heutige Nacht wird richtig heiss, doch der 12-Volt-Ventilator sorgt für angenehme Frische. Um neun Uhr morgens gehts am Mittwoch nach etwas Klönschnack und drei Stunden nach Niedrigwasser Terschelling los durchs neue Fahrwasser Richtung Vliestroom und Blauwe Slenk. Vlieland ist noch immer "seer beperkt".
Nun haben wir also in dieser Saison einige der Ost- und Westfriesischen Inseln besucht oder sind daran vorbei gesegelt. Damit wir sie uns merken können, gibt es für beide Gruppen eine Eselsbrücke oder eben einen Merksatz:
- Welcher Seemann Liegt Bei Nanny Im Bett? --> Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist, Borkum (von Ost nach West).
- TV-Tas (TV-Tasche) --> Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog (von West nach Ost).
Der auflaufende Strom bringt uns nach Harlingen, wo wir sehr freundlich empfangen werden und im Päckli eine Stunde auf die Tor- und Bos-Brug-Öffnung warten. Einige später Kommende wollen sich so vordrängen, dass sie einen Crash in Kauf nähmen, doch wir weisen sie frühzeitig ab.
Direkt nach der Bos-Brug, vor der zweiten, nun auch geöffneten Brücke, ruft uns der Hafenmeister zu, er habe für uns einen Platz am Schwimmsteg hinter der folgenden Brücke. Er sei gleich da, wir sollen warten. Tatsächlich kriegen wir einen herrlichen Platz am Schwimmsteg mit breitem Fingerdock, statt an der vorderen Mole mit Leinenwache und Fenderbrett (was alles zwar zur Verfügung steht). Glücklich flanieren wir und genehmigen uns, wieder am Festland, einen Sundowner, was unsere Ferien in Harlingen wunderbar startet.
Auch die Rippen werden Zeit zur Heilung bekommen.