Dieser Blogbeitrag spielt Ende Juni, Anfangs Juli 2025
Letzter Törn auf der BonBini
Dass dieser Entscheid bald gefällt wird, wissen wir aber noch nicht.
| ... wovon wir bei Ankunft im Roggebroek noch keine Ahnung haben. |
Am Dienstag, 25. Juni 2026 lösen wir, ohne es zu wissen, zum letzten Mal die Leinen unserer BonBini in Enkhuizen und segeln bei 996 hPa, Sonne und Wolken unter Genua auf unserem letzten BonBini-Törn mit Nordkurs nach Stavoren. Lubbe wird einen Platz für uns haben.
Was das Schreiben darüber jetzt gerade auslöst, ist schwer zu beschreiben. Es kommen Emotionen hoch, die anders sind als gerade noch auf dem Schlag zum Roggebroek selber. In dem Moment freuen wir uns nur darüber, dass ein angenehmer Tag ohne viele Eintagsfliegen mit gutem Wind vor uns liegt, der uns Richtung "Heimathafen" führt. Natürlich ist Basel der echte Heimathafen, der Roggebroek fühlt sich jedoch als solcher an, weil seit manchem Jahr hier das Winterlager für die BonBini in der temperierten Halle ist, wo sie jeweils auf den Skipper und Dani gewartet hat, die im Frühling für das Auswintern und den ersten Törn zum Hafen fahren.
Geniessen allein und mit Freunden
So, aber jetzt mal noch feiern, denn wir wissen ja von allem noch nichts. Und dieses Feiern dauert manchen Tag!
Gekocht wird am Tag der Ankunft im Roggebroek nicht, sondern es geht ins friesische Hanse-Städtchen, sozusagen zum "Chez Max", das vor zwei Jahren zum Glück noch vor dem Schliessen behütet wurde und nun mit neuen Pächtern "Op de Schans" heisst. Wir essen auf seiner Terrasse direkt am Stadthafen. Auf dem Hinweg haben wir entdeckt, wie die Ausweitung der Wohnquartiere weiter geht, nachdem 2014 der Coop (und heutige Plus) einen Kanal und Anlegestellen erhalten hat. Zuerst waren ausser dem Coop nur Badehäuschen mit Anlegestelle geplant und ausgeführt, doch bald kamen luxuriöse Einfamilienhäuser am Wasser dazu, wo vorher nur Wiese lag. Und jetzt wird der Rest der Wiese ebenso mit Kanälen und Häusern ausgebaut. Bald ist der Roggebroek nicht mehr vom Städtchen abgetrennt.
Das Wetter bringt Abwechslung in den Ablauf der Tage, die dann entsprechend genutzt werden kann. In erster Linie mal gerade fürs Waschen, das hier zwar unendlich lange dauert, dafür aber immer wieder einen Waggel zum Sanitärgebäude erzwingt. Zudem braucht es keine App und keinen QR-Code. Nein, man meldet im Havenkantoor einfach an, dass man waschen möchte und wieviel man schliesslich gewaschen und getrocknet hat, damit es einem auf traditionelle Weise verrechnet wird.
| Nicht jedem Wäschestück tut der Trockner gut. |
Auf den regnerischen Donnerstag sind Doodsens angekündigt, welche um 21.33 Uhr ihre glückliche Ankunft melden. In diesem Fall treffen wir uns erst morgen und lassen ihnen heute Abend die Zeit, sich häuslich einzurichten.
Am Freitag schliesslich nehmen wir mit Gaby und Christoph einen gemütlichen Apéro an Bord der BonBini zu uns, bevor wir uns fürs Abendessen nach Stavoren zum Schotten verholen. Dieses Restaurant haben wir manches Jahr gar nicht beachtet, obwohl es direkt an der Strasse bei der Brücke liegt, über die wir vom Roggebroek her kommen. Die Karte ist sehr beschränkt und auf schottische Spezialitäten ausgerichtet. Hauptsache, wir haben es gemütlich.
Ohne es im Voraus zu wissen, wohnen wir gerade noch einem Festumzug bei, der mit bunten Wagen und Musik an uns vorbeizieht. Das "Stavers Feest" mit dem Thema "Traditionen der Welt (Tradities wereldwijd)", für welches mit grossem Einsatz während des Jahres Wagen geschmückt, Musikstücke eingeübt und Kostüme genäht wurden.
Schau mal, was wir da gleich erleben!
Hier sitzen wir wirklich in einem Logenplatz.
Als das ganze Spektakel vorbei ist, machen wir uns gemeinsam auf den Rückweg, um im Hafen auf der Aquarius einen Schlumi zu nehmen. Inzwischen sind Lehmanns auch angekommen und leisten uns Gesellschaft. Morgen wird die Aquarius Kurs nach Vlieland setzen, während die Scholli-Crew noch bis Sonntag bleibt und vor der Fahrt noch einmal kurz auf der BonBini vorbeischaut.
| Das Cockpit wird von der Sonne geschützt bei rund 30 Grad am Sonntag. |
| Ohne Venti ginge es auch am Montag nicht, obwohl kühler Nordwind weht. |
Heute, Samstag, fällt der Entscheid, dass wir mit dem Büssli an die Ostsee reisen, um Freunde und Hansestädte zu besuchen. Die BonBini kann ohne Probleme selbst bis am 1. August in dieser Box liegen. Danke Lubbe! Trotzdem steht noch kein Fünkchen von Idee in unseren Köpfen, dass der Törn Enkhuizen - Stavoren etwa der letzte auf der BonBini hätte sein können.