Sonntag, 12. August 2018

Der Bodden wirklich ohne Hiddensee?

Kein Stress auf Hiddensee für uns

Freitag, 27.7.2018

Diese  Naturlandschaft geniessen wir vom Fahrwasser aus. Der Hafenmeister in Vieregge findet, er schätze das Arbeiten da, wo andere Urlaub machen und unterbricht das Fensterputzen gerne, um uns das Tanken zu ermöglichen. 

Wir sind so voller friedlicher Eindrücke, dass wir uns den Stress der vielen Urlauber auf Hiddensee, weder von Langeort, noch von Kloster aus, gar nicht mehr zumuten wollen. Wir nehmen das Fahrwasser gen Norden, winken dem Dornbusch ein letztes Mal für dies Jahr zu und segeln auf der Ostsee südlich des Windparks Plantagenet-Grund Richtung Darss. Anschliessend geht’s dem Naturschutzgebiet entlang bis nach Althagen, wo wir bei 4-5 Beaufort vor dem unermesslichen Badestrand etwas unruhig ankern.  Wie wir vorgestern vernahmen, befindet sich die Nefertiti in den Stockholmer Schären und Ima hat ihre Hand gebrochen. Gute Besserung!
War der Mond nun gestern schon voll oder erst heute? Wieder strahlt er leuchtend über dem  nun leeren Badestrand, während vis-à-vis die Sonne ihre letzten roten Finger über das Wasser in die Luft reckt. 

Störtebekers Neuanfang

Ralswiek

Mittwoch und Donnerstag, 25. Und 26. 7. 2018 

Ohne zu tanken segeln wir Ralswiek entgegen. Denn die Pier fürs Tanken ist nicht besonders Reling-freundlich. Auch diesmal sehr genaues Navigieren in den schmalen Fahrwassern. 
Der Plätze für uns sind genug, nur die grossen sind von festen Mietern belegt. Weil es möglich ist zu waschen, buchen wir zwei Nächte und geniessen damit auch zwei Feuerwerke. Einmal von den Tribünen aus, einmal vom Bootsplatz aus. Doch ein drittes Feuerwerk schimmert aus dem Wasser selbst: Die Füsschen der Enten lassen das Wasser darumhin phosphoreszieren. Später paddeln sie in Formation neben unserem Schiff her und lassen damit scheinbar ein Krokodil seine Bahn ziehen. Auch um dessen Rückenzacken blinkt das Wasser. Zusätzlich glitzern immer wieder grössere Tiere bläulich auf, wenn sie fast an die Wasser-Oberfläche geraten. Alles ist nun still, nur der Vollmond scheint laut seine Helligkeit im nachtblauen Himmel zu verbreiten.

Damit wir in dieser zweiten Nacht nicht in allzu euphorisches Geniessen verfielen, schlüpfen nun endlich Massen von Stechmücken. Weder von Autan, Antibrumm noch von den Fliegenklatschen lassen sie sich beeindrucken, sondern begleiten uns sogar leise in die durch ein Fliegennetz geschützten Kojen und beginnen erst hier so ekelhaft zu summen und weiter zu stechen.

Die Aufführung prunkt diesmal sogar mit vier Hansekoggen, welche mit ihren Fahrten und Seeschlachten die Bühne bis weit ins Wasser hinaus erweitern. Zudem scheinen sie immer echter in ihren Schalen und Aufbauten konstruiert zu sein. Jedesmal wieder ist es begeisternd, wie viele Laienschauspieler das Profiteam lebendig ergänzen.

Allerdings bietet die Freiluft-Aufführung in der Ralswiekerbucht auch noch den Vorteil, dass wir endlich unsere sich in Auflösung befindenden Cockpit-Antirutsch-Sitze ersetzen können. Die alten Sitze haben nun doch ein paar tausend Meilen auf dem Buckel.

Montag, 6. August 2018

Falsterbo liegt in Schweden!

Direkt nach Süden ins Hiddensee-Fahrwasser

Montag, 23. Juli 2018

Weil um 6 Uhr die Falsterbo-Brücke öffnet, reisst uns der Wecker um 5 Uhr aus dem Schlaf. Leinen los zum Tanken.  Nur eine von beiden Seiten der Tanksäule läuft. Allerdings Anfangs gar keine. Dieser blöde Automat nimmt nur Noten. Herrje, aber nicht die eingeführten. Auf alle Arten nicht. Sind vielleicht falsche Scheine darunter? Gibt der Bankomat überhaupt andere, als richtige Noten? Blödsinn, Dänische Kronen nützen nichts, hallo, Schwedische müssen es sein! Zum Schiff rennen, Schlauch nochmals übergeben und die richtigen Scheine einführen sind Eines. Jetzt läufts und Marlies auch. Danke dafür, dass auch die Brücke zehn Minuten Verspätung hat. So brauchen wir nicht noch einmal eine ganze Stunde zu warten.

Hiddensee, wir kommen! Mön, ein Windpark und bald der Dornbusch bilden unseren Horizont, der nur von Eintagsfliegen (Klabauti?) getrübt wird.

Das Wetter braucht gar nicht erwähnt zu werden, es ist noch immer dasselbe. Blau, stetiger Wind, der gegen Abend flaut. Cumuli, die dichter werden, sich auflösen und Cirren sehen lassen. Das Ganze dann wieder von vorn. Ausser dass gestern und heute die Flaute etwas stärker regiert.

Ob Karin und Norbert wohl nach Hiddensee kommen können? Wäre doch ganz wunderbar, sie wieder zu treffen!

Nach der Einfahrt ins Boddenfahrwasser ist bald zu erkennen, dass Kloster, Langeort und Vitte viele Masten zeigen. Im Vitter Fahrwasser überholt ein Charterer in hohem Tempo eine ganze Reihe Segler, um als erster bei Herrn Türke in Langeort anzukommen. Nützt auch ihm nichts. Denn nun ist klar, dass von den Seglern, welche von den Häfen zurück ins Fahrwasser steuern, keiner erst jetzt ans Segeln denkt, sondern auch entdeckte, dass nicht einmal mehr der kleinste Platz im Päckli möglich ist. Später wundern sich sogar Karin und Norbert darüber. Sie halten uns einen Platz in Kröslin frei und finden, Breege sei auch hübsch.

Dorthin geht’s jetzt nämlich nach dem Entscheid, nicht zurück an den Ankerplatz im Dornbusch und auch nicht nach Wiek zu fahren. In Breege erwarten uns viele freie Plätze, grosse Ruhe und ein humorvoller Hafenmeister. Er wundert sich über die Friesenhose in Mecklenburg, die Marlies dies Jahr beinahe immer an Bord trägt. Wir bleiben gleich zwei Nächte. Unsere Nachbarn gehen heute zum Störtebeker-Festival, während ein nettes Lehrer-Pärchen, das hier segeln lernt, für morgen gebucht hat und wir für den Mittwoch.
Der Abendblick von Cockpit aus in die Boddenlandschaft beruhigt enorm und entschädigt vollauf fürs verpasste und vermutlich überbevölkerte Hiddensee. 

Dornbusch muss warten.

Unser höchst eigener Klabautermann

Zum Falsterbo-Kanal

Sonntag, 22. 7. 2018 


Woran liegt es nur, dass die Welle immer dann unregelmässig wird, wenn wir ihren Takt ermittelt haben? Wer lässt das ganze Schapp entgegenkommen, wenn nur etwas Einziges benötigt wird? Wer ist verantwortlich dafür, dass stets etwas Neues scheppert, wenn der eine Störenfried beruhigt ist? Wer hat? Wo ist? Warum?

Vor einigen Tagen sah man ihn im Segel. Er hat bestimmt auch mit den Fliegen, Mücken und Vier-Meter-Wellen zu tun. Er verfügt über einen kerzengeraden Rücken, zwei willkommen heissende Arme mit Stofffetzen unter den Ellenbogen. Sein Kopf ist leicht nach vorne geneigt und nickt gerne. An seinen Fäustchen, Ellbogen und am Kopf sind Fäden zu sehen. Er ist also nicht ganz selbständig für alles verantwortlich, unser Alien aus der Area 51. Unter seinen Vorfahren befinden sich ET und mindestens eine Vogelscheuche sowie eine Marionette. Beine sieht man keine, aber irgendwie muss er ja ins Vorsegel gekommen sein? Endlich kennen wir ihn. Namen hat er noch keinen.

René ergreift an diesem frühen Sonntagmorgen die Initiative für Kaffee, Tee und Ankerauf. 

Seit sechs Uhr früh geniessen wir herrliches Segeln vom Middelgrund her. Eigentlich sollte dies irgendwann einen Windpark geben. Aber nichts von der Betonnung ist übriggeblieben, und Windgeneratoren schon gar nicht.

Um genau 06:50 Uhr ist in der Karte ein Punkt fünf Meilen östlich mit Richtung nordwärts vor einem Jahr und zehn Tagen zu finden. Am 20. Juli starten wir dies Jahr erst gen Süden, während es letztes Jahr um diese Zeit hiess, von Rörö Abschied zu nehmen für Läsö und den Limfjord mit Hauptrichtung Niederlande.

Vor der Öresund-Brücke wartet die Küstenwache rücksichtsvoll auf unsere Durchfahrt, bevor sie wieder auf Kurs geht.

Was haben wir heute für ein Glück! (Klabauti?) Um elf Uhr sichten wir Schweinswale, welche uns ein Stück weit begleiten. Später in der Bucht vor Falsterbo auch noch Singschwäne, welche sich mit ihrem aufrechten Hals, gelben Schnabel und dem flachen Rücken deutlich von unseren Höckerschwänen unterscheiden.

Im Falsterbo-Kanal gibt es noch genügend Liegeplätze, sodass wir bald einmal schlafen gehen und eine ruhige Nacht geniessen.

Traumhafte Schären

Mit Hönö verlassen wir auch die Schären

Samstag, 21. Juli 2018 

Bei weiter sonnigem Wetter mit einzelnen Cumuli, die im Tagesverlauf dichter und durch Cirren abgelöst werden, machen wir uns auf nach Süden. Wir sind total erfrischt, weil wir endlich wieder einmal ruhig geschlafen haben. Keiner rüttelte und schüttelte an den Kojen, René musste die Nacht nicht im Slingerzeil verbringen, man musste sich zum Schlafen nicht festhalten und verkeilen.
Der norwegische Nachbar steht extra auf, um uns unser Kabel über sein Heck zurückzureichen. Er hatte am Vortag extra seinen Doppelstecker für uns eingesetzt, damit wir auch mit Strom versorgt würden.
Das alte Brot wird im ruhigen Hafen noch kurz getoastet, damit es nicht schimmlig würde – hat bestens funktioniert. 
Das Auslaufen durch die Schären entlang der Zufahrtslinie im Plotter zeigte malerische Felsrücken, die am Ende Göteborg total versteckten. Von See her kommend erkennt man diesen Schärengürtel an der Dreizahl Leuchttürme: Einer hoch und gerade mit einer Plattform, auf der ihr Scheinwerfer ruht; der zweite kegelförmig und der dritte als Zylinder.
Weniger malerisch wirken die stärker werdende Welle und die Fischstäbchen mit ihren ein oder zwei Fähnchen und noch viel mehr Gespänchen oder die Fischchnuschperli, welche immer wieder im Fahrwasser gut getarnt herumlungern. 
Das Glück setzt allerdings wieder ein durch Segelwind, der uns den ganzen Tag auf einem Bug vorwärts kommen lässt, unbehelligt von jeder Art Schiffe.

Die (aller-!!!) letzte Fliege!

Um den Znacht herum setzt Flaute ein, doch die Strömung schiebt uns weiter. ABER das Meer erbricht eine Fliegeninvasion. Wie bei uns zuhause am See und im Ijsselmeer die Eintagsfliegen jeweils unvermutet in Massen schlüpfen, geschieht es hier mit ganz gewöhnlichen Stubenfliegen. Jeden Spalt und jede Ritze nützen sie, für ihre Invasion ins Innenschiff. 
Schliesslich geben wir den Kampf auf, starten den Motor fürs Licht und den Kühlschrank. Die Fliegenjagd kann eingestellt werden durch schnelles Fahren, das uns um halb elf Uhr Abends zum Middelgrund, nahe eines Leuchtmastes führt, wo wir unseren Anker ausbringen.
Die Ankerwache vermittelt die nötige emotionale Ruhe, aber die Wellen nehmen kein bisschen ab. Sondern bescheren uns erneut eine Rüttel- und Schüttelnacht, die René im Slingerzeil abwettert.

Bilder zu Rund Skagen

Vlieland adé!



Nur noch Wasser uns ein Sonnenrest.




Hier sieht man genau, wie unser höchst eigener
 Schiffs-Klabautermann an Fäden geführt wird.

Gleich werden wir Skagen gerundet haben.





Auf dem Weg nach Hönö.

... und weiter aus den Schären gen Süden.

Letzter Blick auf Göteborgs Schären.

Konzentriert auf die Routenplanung.


Ankerplatz Middelgrund.



Renates Blume begleitet uns auf jedem Törn.

Nach Kattegat und Öresund durch den
Falsterbo-Kanal Richtung Süden und Hiddensee.


Lang ersehnt und rasch erreicht: Blick auf den Dornbusch!



















Rund Skagen

BonBini nimmt den Skagerrak in Angriff

Dienstag, 17. Juli 2018 bis Freitag, 20. Juli 2018 


Wie alle die vorherigen Tage und unseren ganzen Törn lang bis sicher zum 5. August ist auch der heutige Dienstag sonnig, heiss und die Nächte tropisch. Dennoch lässt der Wind uns kaum ganz im Stich. Nein, er weht sogar aus der richtigen Richtung. Aha. Das gibt es also, eine richtige Richtung. Gut, auch der Westen oder Nordwesten wäre in Frage gekommen, aber Hiddensee ruft stärker. 
Der Hafenmeister meint, es seien in Stavoren 40° Celsius vorhergesagt. Sind wir glücklich, uns für den Nordosten entschieden zu haben. 
Melanie wird Thomas unsere Grüsse ausrichten, denn sie reicht uns die Leinen beim Ablegen.
Wir glauben, nach dem Schleusen ins Ijsselmeer gemütlich Richtung Lorentz-Sluis kreuzen zu können. Dort allerdings werden wir eines besseren belehrt. An der Wartestelle nehmen wir ein Boot ins Päckli, das dann noch vor uns schleust, trotz vorheriger Versicherung, sie machen nur fest, danach würden sie sich hinten anstellen. Ganz als letztes Boot schaffen wir es in die zweite Schleusung, nachdem eine kleine Dragonfly uns ihrerseits fürs Warten ins Päckli nahm. Sehr rücksichtsvoll. Beim Ablegen hatte das Boot vor uns seine Bugleine nicht gelöst, wodurch die ganze Päckli-Reihe ins Stocken geriet.  
Als endlich auch die Brücke aufging, stand dem Ziel Vlieland nichts mehr im Weg, obwohl wir zwei Stunden später als geplant in der Waddenzee segelten. Boontjes, Blauuwe Slenk und Puttgarden spülen uns nach Stortemelk, wo wir uns entscheiden, Vlieland oder Terschelling gleich auszulassen und weiter in die Nacht zu segeln. Erst recht, als uns ein freundlicher Seehund zunickt.
Irgendwie scheinen sich trotz guten Windes die Wellen gegen uns verschworen zu haben. Jedenfalls gelang das Kochen in diesen widrigen Umständen ganz redlich, wenn man von den neuen blauen Flecken absieht. 
Weil es Marlies danach übel und René noch nicht müde ist, übernimmt er die Wache. Wobei das vor allem die Aufmerksamkeit betrifft, denn wach bleibt man auch in der Koje, wo die Hauptbeschäftigung darin besteht, sich irgendwie zu verkeilen, um nicht durch die Gegend zu fliegen. Das lästige Geklapper stammt, wie am Morgen per Zufall herausgefunden, nicht von irgendwelchen Blöcken oder Rollen, sondern vom Besenstiel im Kleiderschapp...
Da die Zweifarbenlaterne am Bug wieder einmal in Streik trat, musste die Notleuchte am Bugkorb sie ersetzen. Zudem leuchtet der Skipper immer wieder das Segel an, um nicht nur im AIS und auf dem Radar sichtbar zu bleiben.

Der Morgen des Mittwochist nicht mehr so heiss, wie auf dem Festland. Auch die Bewölkung im Tagesverlauf schenkt immer wieder ein bisschen Schatten. Mit WSW bis WNW und Bft 2-6 geht’s über weniger Welle weiter Richtung Nordosten. Sogar der Verkehr scheint weniger zu werden. 
Auf der Höhe von Römö denken wir an eine Arbeitskollegin, die hier ihre Ferien verbringt und auch karibische Verhältnisse antrifft. Während der Flaute auf Höhe Fanö laden wir die Batterie wieder, damit die Instrumente und die Beleuchtung ihren Dienst die ganze Nacht tun. Der Kühlschrank frisst zu viel Strom, der muss während des Segelns aus. Zum Glück gefriert im unteren Bereich das Meiste, sodass es durchhält bis zum nächsten Laden. 
Später frischt der Wind wieder auf, nachdem eine Feuerqualle längs kam und Leuchtplankton aufblinkte.
Ein Znacht, bei dem man nichts mit zwei Händen essen muss, stärkt für die Nacht. Aus hohen Schalen zu essen geht gerade so. Aus den Tellern würde alles einfach rausflutschen, was bestimmt schade wäre, wenn das Kochen per Zufall ohne Knochenbrüche gelang.
Die Zweifarbenlaterne tut ihren Dienst wieder, sie litt nur an einem Wackelkontakt wegen korrodierter Kontakte.

Der Donnerstagist der dritte Tag auf See und der zweite ganz ohne Landsicht. Wir befinden uns ungefähr 20 Seemeilen ausserhalb von Tyborön und schon beginnt es Steuerbords wieder mit Fischstäbchen. Glück gehabt, das Netz ist nicht hängen geblieben.
Noch immer ist alles trocken im Schiff, trotz gefühltem Waschmaschinen-Kurs. Nun wollen wir rund Skagen, statt den Limfjord zu nehmen.  Läsö oder Anholt sollen das Ziel sein. 
In der Gegend vor Hanstholm, im Südwesten des Nordzipfels von Dänemark sitzt ein Schwarm Basstölpel auf dem Wasser. Bewundernswert, wie sie elegant auffliegen und ihre Kreise drehen. Später ziehen Eissturmvögel ihre Runden flach übers Wasser um das Schiff herum.
Der heutige Tag schlägt die vorhergehenden noch um ein weiteres. 7 Bft. mit zwei bis vier Meter hohen Wellen verhindern das Znachtkochen ganz. Sogar am Boden unten gelingt es nur knapp, Gemüse zu schnetzeln und Fleisch zu zerkleinern, ohne ungewünschte Zutaten. Die Töpfe halten nicht in den Bügeln, trotz Aktivierung der kardanischen Aufhängung.  In dem Fall wird alles in Tuppers im Kühlschrank gestaut und René kriegt ein Fertigmenue, das nur mit Wasser aufgegossen wird. Marlies ist sowieso übel. Sogar das Rad muss festgebunden werden, damit es nicht die Feststellschraube löst. Eigentlich steuert ja die Windsteuerung, aber der Trimm erfolgt über das Hauptruder, das dann auch in der gewollten Stellung bleiben muss. Segeln unter Genua und 7 Bft ergibt einen Speed von bis zu 7,5 Knoten.

Beim Wachwechsel am frühen Freitagmorgen reklamiert gleich die Batterie mit 11.9 Volt und der Motor muss ran. Auf Backbordbug geht das Kochen etwas ruhiger, weswegen diese frühen Morgenstunden und das Motoren mit seiner verhältnismässigen Ruhe gleich benützt werden zum Vorkochen. So wird es nächstes Mal leichter sein, ein vernünftiges Essen im hohen Topf zuzubereiten. Für eine wirkliche Langfahrt ist wohl Vorkochen und Vakuumieren angesagt, damit die aktuellen Probleme gar nicht erst entstehen.
Gegen sieben Uhr sehen wir den ersten Segler seit Mittwoch Abend und sind bald danach vor der Nordtonne vor der Spitze Skagens. Rund Skagen geschafft, den wilden Skagerrak erlebt und durchsegelt. Beinahe vis-à-vis unserer letztjährigen Faszinations-Insel Rörö in den Schwedischen Westschären vor Göteborg. Ab jetzt geht’s wieder in Hauptrichtung  Süden.
Dank dem Handy-Empfang kann Isabelle und Roman zu ihrer heutigen Hochzeit gratuliert werden.
412 Seemeilen sind wir seit Dienstagmorgen ab Stavoren gesegelt,  brauchten den Motor für 26 ¼ Stunden für die Batterie oder wegen Flaute, schluckten einige Stugeron und hatten keine einzige lästige Mücke oder Fliege, aber lauter karibisches Wetter und ziemlich stetigen Wind.
Auf Hönö im Göteborger Schärengarten, südlich von Rörö erlaubten wir uns am Abend nach vier Tagen und drei Nächten den ersten Landfall, geführt durch ein freundliches Motorboot, welches gleich einen Segler für uns organisierte, der die BonBini längsseits ins Päckchen nahm. Der Eigner hängt sogar ein Trittchen an den Reifen, der als Fender an der Mole befestigt ist, damit das Aussteigen leichter fällt. Bunkern im Hemköp in Hönö, weil der Wind bestimmt, was uns an Strecke erwartet.
Zum Znacht gibt es wieder einmal etwas, das in einem Teller auf dem Tisch stehen und mit beiden Händen bearbeitet werden kann. Dazu einen Salat in einer Extraschale, die auch von selbst auf dem Tisch stehen bleibt.