Montag, 7. April 2025

Durchs Kraut nach Hoorn

Dieser Beitrag spielt Ende Juli 2024

Hoorn-Spaziergänge

Es ist Sonntag, Wir entscheiden uns, nach langer Zeit wieder einmal nach Hoorn zu segeln. Im Fahrwasser dorthin zeigt sich, warum wir es jeweils sozusagen links liegen liessen, obwohl es eine gemütliche und sehenswerte Stadt ist. Kraut hängt in Büscheln zäh am Ruderblatt der Windsteurung. Die Rijkswaterstaat fragt die Saison um Saison nach, wo im Markermeer man Last von Wasserpflanzen in den Fahrwassern habe, damit gezielt eine Seekuh zum Mähen eingesetzt werden kann. Leider darf aus Naturschutzgründen nicht kürzer als 60 cm geschnitten werden, weshalb die Sonne die Pflanzen gleich wieder zum Höhenwachstum bringt. Schon in unseren ersten Papierkarten ist vermerkt, dass um Marken herum am Westufer nach Norden mit Wasserpflanzen gerechnet werden muss und Abstand zu halten empfohlen ist. 

Diesmal gibt es zusätzlich Angriffe aus der Luft, die jedoch ursprünglich auch dem Wasser geschuldet sind. Das Wetter passt und entlässt die Eintagsfliegen aus seinen feuchten Fängen. Unterschiedliche Grössen und Farben setzen sich auf der BonBini fest und schmücken schon bald unsere T-Shirts und Hosen. Manche verursachen grüne, andere rote, wieder andere schwarze Flecken und vertreiben lassen sie sich schon gar nicht. Als ob sie an ihrem ersten Landeplatz festgeklebt wären, um hier zu schlüpfen und sich zu ihrem ersten, einzigen und letzten Paarungstanz in der Luft aufzumachen. Was ist nur der Sinn dieser Wesen? Weder die Fische, noch die Vögel können ihre Menge begrenzen. Auf dem Houtribdijk erschien vor einigen Jahren scheinbar dicker Rauch vor uns in der Luft. Wo brennt es denn? Ach nein, das ist kein Brand, das ist Schmutz, der beim Aufschütten der Marker-Wadden über den Deich gespritzt wird. Und schon sind wir mitten drin. Statt eines Gel-Coats überzieht eine dicke Fliegen-Schicht unser Boot und damit auch uns selbst.

Gut, zurück zum Einlaufen nach Hoorn. Den  Grashaven  lassen wir (ebenfalls) links liegen und versuchen unser Glück im Stadthafen. Doch jede Lücke ist dicht, man liegt bereits im Päckchen. Schliesslich finden wir im WSV die Nummer F20, in welcher Box wir bequem mit dem Bug im allfälligen Wetter liegen können. Dieser Clubhafen beherbergt auch einige wenige Camper-Stellplätze, die sehr geschätzt sind, weil man das pittoreske Städtchen bequem zu Fuss erreicht. 

Einer unserer Lieblings-Leuchttürme: Das Pferd auf Marken
Da ist wohl grad eine Dampflok entlang gefahren...
Ansteuerung Hoorn
Hinter der Bake und dem Flussboot liegt der Grashaven.
In diesem Laden auf dem Kahn findet man alles, was man von irgendeinem
verschrotteten Boot noch gebrauchen könnte.
Nostalgie kommt auf bei diesem Törn.
Ein Blick in den Binnenhaven genügt, um den WSV zu wählen.
Milchstrasse am Tag am Himmel
Kein Lüftchen trübt die Wasserfläche.

Restaurant De Hoofdtoren, eigentlich immer geschlossen, wenn ich dabei bin.

Blick vom Binnenhaven in die Kaper Kuil, ein Stadtquartier...
... auf der anderen Seite der Binnenhaven.
Also, rauf kommen die zwei Kleinen wohl nicht mehr.
Das Objekt der Begierde, denn hier soll man gepflegt essen.
Nach dem Einkehren in der Bierkade hier auf einem Skûtsje an der
Appelkade.
Aus Niederlands grossen Handelszeiten:
Jan Coen, der Gründer der Hafenstadt Batavia in Jakarta,
der Hauptstadt Indonesiens.
Poesie in der Natur:

Breitblättriger Rohrkolben
Mutterkraut, als Ersatz für Kamille, doch nicht so gut verträglich.
Der meist übersehene Hafen Marina Kaap Hoorn.

Die Eintagsfliegen haben wohl aus-geschwärmt, denn beim Weitersegeln plagen sie uns nicht mehr so stark. Vielleicht mögen sie nicht gegen den Wind an.

Neue Horizonte liegen an.